Welche Mahlgrade gibt es?

Der kleine, feine Unter­schied:
die verschiedenen Mahl­grade von Kaffee



Die erste Frage, die einigen jetzt durch den Kopf geht, lautet wahrscheinlich: „Es gibt verschiedene Mahlgrade? Ich kenn nur gemahlenen Filterkaffee“. Und anderen, die einen Profi Kaffeeautomat besitzen, kaufen eh nur ganze Bohnen, den Rest erledigt das Gerät. Dennoch lautet die Antwort: Ja, es gibt mehrere Kaffeemahlgrade.

Die Frage jedoch, wie viele Mahlgrade es gibt, ist schwer zu beantworten. Wirft man einen Blick auf verschiedene Kaffeemühlen oder einen Profi Kaffeeautomat, bei denen sich die Mahlgrade verstellen lassen, so bieten diese unendlich viele Mahlgradabstufungen an. Allgemein spricht man aber von einem sehr groben, groben, mittleren, feinen und sehr feinen Mahlgrad – ergibt fünf verschiedene Mahlgrade. Doch wie finde ich nun den passenden Mahlgrad für meine gewünschte Zubereitungsart?

Wichtig ist, eine gute Kaffeemühle zu verwenden. Diese sollte über ein Kegel- oder Scheibenmahlwerk verfügen und möglichst homogen mahlen. Denn während gewerbliche Kaffeevollautomaten den passenden Mahlgrad, je nach Getränk, automatisch wählen, muss er bei einer Kaffeemühle händisch eingestellt werden.



Welche Mahlgrade gibt es?

Welche Mahlgrade gibt es?

Wie bereits erwähnt, sprechen wir im Allgemeinen von fünf verschiedenen Mahlgraden. Je nach Kaffeemühle und Anzahl der vorhandenen Mahlgradstufen, muss man am Anfang testen, welche Stufe ungefähr welchem Mahlgrad entspricht. Da es mittlerweile Mühlen mit einer stufenlosen Verstellung des Mahlwerkes gibt, sind die Übergänge fließend. Da hilft manchmal nur testen und ausprobieren.

Je nach Zubereitungsart gibt es nun einen empfohlenen Mahlgrad. Während das Kaffeepulver für Espresso sehr fein sein sollte, ist ein grober Mahlgrad für die French Press besser geeignet. Das hängt mit der Kontaktzeit des Wassers zusammen. Umso kürzer die Kontaktzeit ist, umso feiner ist der Mahlgrad. Denn das Wasser hat nur wenig Zeit Aromen aus dem Kaffeemehl zu lösen. Bei einem gröberen Mahlgrad werden aufgrund der geringeren Oberfläche weniger Aromen gelöst. Daher dauert die Extraktion bzw. der Brühvorgang länger. Eine Ausnahme bildet hier allerdings der Mokka. Das Kaffeepulver wird fein gemahlen und bleibt bis zum Schluss in der Tasse. Durch die Zugabe von Zucker nimmt man die Überextraktion des Pulvers nicht wahr.



Welche Mahlgrad passt zu welcher Zubereitunsart?

Welcher Mahlgrad passt zu welcher Zubereitungsart?

- Für die Karlsbader- oder Bayreuther-Kanne sollte der Kaffee sehr grob gemahlen sein. Ist die Mahlung zu fein, könnte das Mahlgut durch den Porzellanfilter in die untere Kanne und somit in den Kaffee gelangen.

- Für die French Press ist ein grober Mahlgrad am besten geeignet. Da der Kaffee ca. vier Minuten zieht, hat er genügend Zeit ausreichend Aromen zu lösen. Ist er zu fein gemahlen, schmeckt er schnell bitter.

- Bei der Zubereitung mit der Chemex sollte ein mittlerer Mahlgrad gewählt werden. Ist der Mahlgrad zu fein, fließt das Wasser zu langsam durch den Filter und der Kaffee wird bitter. Ist der Mahlgrad zu grob fließt das Wasser zu schnell und kann kaum Aromen lösen.

- Mahl man den Kaffee für die Zubereitung in der Filterkaffeemaschine selber, so sollte man den gleich Mahlgrad wie für die Chemex wählen. Ein mittlerer Mahlgrad sorgt für einen konstanten Fluss im Filter. Läuft das Wasser viel zu schnell durch und der Kaffee schmeckt wässrig, wurde der Mahlgrad zu grob gewählt.

- Benutzen Sie den Handfilter zur Kaffeezubereitung, wählen Sie einen mittleren Mahlgrad. Achten Sie auf die Fließgeschwindigkeit und den Geschmack. Bei Bedarf passen Sie den Mahlgrad beim nächsten Mal leicht an.

- Für die Zubereitung in der Espressokanne wird ein mittlerer Mahlgrad mit Tendenz ins Feine benötigt. Wenn möglich sollte dieser ein bisschen feiner als der für die Filterkaffeemaschine sein. So kann das aufsteigende Wasser genügend Aromen lösen. Sollte der Kaffee wässrig schmecken, sollte der Kaffee beim nächsten Mal etwas feiner gemahlen werden.

- Ein sehr feiner Mahlgrad wird für die Zubereitung im Siebträger benötigt. Das Wasser hat nur kurz Zeit die Aromen zu lösen.

- Da bei einem Profi Kaffeeautomat mit Druck gearbeitet wird und sowohl Espresso als auch Kaffee nur kurzen Kontakt zum Wasser haben, ist ein feiner Mahlgrad am geeignetsten. Sollte ihr Kaffee oder auch der Espresso zu wässrig schmecken, werfen Sie ruhig mal einen Blick auf den Mahlgrad. Sollte eine Anpassung von Nöten sein, beachten Sie bitte die Bedienungsanleitung. Bei einem gewerblichen Kaffeevollautomaten von coffee perfect stellen unsere Servicetechniker bei der Montage des Gerätes den passenden Mahlgrad ein.



Welche Auswirkungen hat ein falscher Mahlgrad?

Was für Auswirkungen hat ein falscher Mahlgrad bei einem Profi Kaffeeautomat?

Der Mahlgrad hat, je nach Zubereitungsart, einen großen Einfluss auf den Kaffee. Ist das Kaffeepulver zu fein gemahlen für die Dauer der Extraktion, so lösen sich zu viele Aromen und Bitterstoffe. Der Kaffee ist sehr stark und schmeckt bitter. Schmeckt der Kaffee hingegen wässrig und dünn, konnten sich nicht genügen Aromen lösen. Das Pulver ist zu grob gemahlen.

Für einen aromatischen Kaffee wird nur ein Teil der Aromen aus dem Pulver gelöst. Ein Extraktionsgrad von etwa 18 – 22% ergibt einen gut schmeckenden Kaffee. Da wir den Extraktionsgrad leider nicht so einfach bestimmen können, sollten wir uns einfach auf unseren persönlichen Geschmack verlassen. Denn die Hauptsache ist, dass der Kaffee uns schmeckt.



Gibt es eine Faustregel für den Mahlgrad?

Gibt es eine Faust­regel für den perfekten Mahl­grad?

Jein. Der Mahlgrad sollte schon passend zur Zubereitung gewählt werden. Dennoch kann der Mahlgrad bei der gleichen Zubereitungsart auch mal leicht abweichen. Denn es gibt auch andere Faktoren, die Einfluss auf den Kaffeegeschmack nehmen – z. B. der Härtegrad des Wassers. Und letztendlich entscheidet auch der eigene Geschmack. Dennoch gibt es grobe Richtwerte – wie oben aufgelistet - an denen man sich orientieren kann. Sinnvoll ist es mit dem Richtwert zu beginnen und sich dann langsam seinen persönlichen Mahlgrad zu nähern.