Kaffeetasse neben Sack mit Kaffeebohnen

Die teuersten Kaffeesorten der Welt

Kopi Luwak, Black Ivory, Jamaica Blue Mountain, St. Helena Kaffee und der hawaiianische Kona-Kaffee – sie zählen zu den teuersten Kaffees der Welt. Da sie sehr begehrt sind und der Ernteertrag sehr gering ist, sind sie nur schwer erhältlich. Doch was macht diese Kaffees so besonders? Und warum soll man sie nur schonend, z.B. in der French Press, zubereiten? Wir erklären Ihnen das Phänomen dieser Raritäten, den teils kuriosen Herstellungsprozess deTr Sorten und die jeweiligen Besonderheiten. Sie suchen einen Kaffee für Ihre French Press? Vielleicht kommen Sie ja mal in den Genuss dieser Raritäten…

Die bekanntesten Raritäten:

Schleichkatze frisst Kaffeekirschen

Kopi Luwak

Einer der teuersten und dafür bekanntesten Kaffee­sorten ist der Kopi Luwak aus Indien. Der Preis und seine Bekannt­heit rühren von seinem ungewöhnlichen und für einige befremdlichen Herstellungs­prozesses. Der Flecken­musang ist eine Schleich­katzenart, die neben verschiedenen Früchten, Würmern und Insekten auch Kaffee­kirschen frisst. Während der Verdauung wird lediglich das Frucht­fleisch der Kaffee­kirschen verarbeitet.

Die Kaffee­bohnen werden dann durch Enzyme fermentiert und anschließend ausgeschieden. Plantagen­besitzer sammeln die Bohnen ein, waschen und trocknet sie anschließend in der Sonne. Die geringe Herstellungs­menge und die hohen Nachfragen führen zu steigenden Preisen und leider auch dazu, dass immer mehr Tiere in kleinen Käfigen gefangen gehalten und gemästet werden. Leider ist auch auf den Hinweis „Wildsammlung“ immer weniger Verlass. Der Geschmack des „Katzenkaffees“ wird als mild beschrieben, säure- und Bitter­stoffarm und leicht süßlich. Abhängig von den Kaffee­arten, die die Schleich­katze frisst, kann der Geschmack des Kopi Luwak variieren. Als Empfehlung für die Zubereitung dieses Kaffees gilt die French Press, der Handaufguss oder wie die Einheimischen als starker Mokka.

Mann mit Kaffeetasse steht vor Elefant

Black Ivory

Der Black Ivory Coffee aus Thailand wird auf eine ähnliche Weise hergestellt, wie der Kopi Luwak in Indien. Auch sein Preis - ca. 35€ pro Tasse – ist ähnlich hoch wie der des Katzen­kaffees. Der Hinter­grund der Herstellung ist allerdings ein anderer. Die Elefanten, die für die Veredelung der Bohnen verantwortlich sind, leben im „Golden Triangle Asian Elephant Foundation“, einem Camp, in dem gerettete Dickhäuter leben.

Acht Prozent des Erlöses des Black Ivory gehen an die Elefanten-Stiftung zurück und werden für Futter und Tier­arzt­kosten verwendet. Für die Produktion dieses exklusiven Kaffees werden ausschließlich 100% thailändische Arabica-Bohnen verfüttert. Um 1 kg dieses Kaffees herzustellen, müssen etwa 30 kg Kaffee an einen Elefanten verfüttert werden. Der Black Ivory wird ausschließlich in ausgesuchten 5-Sterne Hotels ausgeschenkt. Doch nicht nur die Verarbeitung des Kaffees ist etwas Besonderes, sondern auch die Zubereitung in den Hotels: mit einem französischen Siphon-Brüher wird der Kaffee direkt am Tisch aufgebrüht.

Jamaica Blue Mountain

Jamaica Blue Mountain

In Höhen­lagen bis zu 1.700 Meter über dem Meeres­spiegel wächst der Jamaica Blue Mountain. Wie der Name bereits aussagt, stammt er aus Anbau­gebieten in den blauen Bergen. Aufgrund der Lage, den kühlen Temperaturen und den starken Nieder­schlägen wachsen die Kaffee­kirschen langsamer als andere Arabica-Kaffees. Seine Reife­zeit liegt bei durch­schnittlich bei 10 Monaten während andere Kaffees nach fünf Monaten geerntet werden können.

Aufgrund des kleinen Anbau­gebietes von 6.000 Hektar ist die Ernte­menge limitiert. Nach dem Ernten wird der Kaffee vom „Jamaica Coffee Industry Board“ kontrolliert. Erst wenn dieses Gremium den Rohkaffee zertifiziert hat, darf er den Namen „Jamaica Blue Mountain“ tragen. Ein weiteres Allein­stellungs­merkmal: Der Rohkaffee wird in schwarz bedruckten Fässern gelagert – erhältlich in 15, 30 und 70 kg. Der geerntete Rohkaffee ist in fünf verschiedene Qualitäts­stufen erhältlich – je Stufe gibt es genaue Vorschriften für Größe und Aussehen der Bohnen. Der Kaffee schmeckt mild, leicht süßlich mit einer dezenten Säure. Seine Aromen sind viel­fältig und komplex. Bereiten Sie den Kaffee in der French Press, der Karlsbader Kanne oder in der Filter­maschine zu.

Frau pflückt Kaffeekirschen

St. Helena Kaffee (Green Tipped Bourbon)

Dank des vulkanischen Bodens und des milden Klimas gedeiht der St. Helene Kaffee – die eigentliche Sorte nennt sich Green Tipped Bourbon Arabica – unter den besten Voraussetzungen. Bekanntheit erlangte der Kaffee durch Napoleon Bonaparte, der während seiner Verbannung auf St. Helena Tagebuch führte und den Kaffee in den höchsten Tönen lobte. Der Geschmack des Kaffees ist mild und ausgewogen.

Er hat einen gehalt­vollen Körper und besitzt Noten von Blumen und Früchten. Auf Grund der Größe der Insel gibt es nur sechs Kaffee-Fincas, die den Kaffee anbauen. Der Anbau und die Ernte finden ohne jegliche Maschinen statt – alles wird händisch durch­geführt. Der geringe jährliche Ernte­ertrag und die hohe Qualität des Kaffees - aufgrund der Bewirt­schaftung von Hand - begründen den sehr hohen Preis. Um die feinen Säuren und Aromen wahrnehmen zu können, wird die schonende Zubereitung in der French Press und im Handfilter empfohlen. Seine Aromen sind vielfältig und komplex. Bereiten Sie den Kaffee in der French Press, der Karlsbader Kanne oder in der Filter­maschine zu.

Hawaiianischer Kona

Hawaiianischer Kona

Hochgelegene Vulkan­hängen mit frucht­baren Böden sowie ein tropisches Klima bieten die Grund­lagen für einen der exklusivsten und teuersten Arabica-Kaffees der Welt. Der Kona-Kaffee aus Hawaii ist vor allem für seine großen Kaffee­bohnen bekannt. Angebaut wird der Luxus-Kaffee an der West­küste der Insel Hawaii – auch Big Island genannt. Das Anbau­gebiet ist extrem begrenzt und umfasst eine Fläche von etwa 30 x 3 Kilometern.

Zwar werden auch auf den anderen Inseln Hawaiis Kaffee angebaut, dieser darf sich aber nicht Kona-Kaffee nennen. Den Kona-Kaffee gibt es in drei Varianten. Typ 1 umfasst nur die größten Bohnen. Hinter Typ 2 verstecken sich die besonderen und seltenen Perl­bohnen, da sie nicht wie üblich zu zweit in der Kaffee­kirsche reifen, sondern einzeln. Zusätzlich gibt es nicht diverse Mischungen, die allerdings mindestens 10% Kona-Kaffee enthalten müssen. Verpackungen, die reinen Kona-Kaffee enthalten, müssen mit der Aufschrift „100% Kona Coffee“ versehen sein. Doch wie schmeckt dieser Luxus-Kaffee? Kona-Kaffee hat einen kraft­vollen Körper mit ausgewogenen Aromen und Noten von Zimt. Am besten bereitet man ihn in der French Press, der Chemex oder per Hand­aufguss zu, damit der Kaffee seine Aromen und Säuren am besten entfalten kann.

Weitere Raritäten:

Kaffeebäume mit Regenbogen im Hintergrund

Geisha-Kaffee

Es klingt japanisch, kommt aber aus Panama: der Geisha-Kaffee. Hierbei handelt es sich um eine Arabica-Sorte, die dank der Hacienda „La Esmeralda“ bekannt wurde. Seit dem die Kaffee­pflanze eher aus Not heraus entdeckt wurde, – der Kaffee­rost hatte mehrere Pflanzen befallen und nur die Geisha-Pflanzen waren noch intakt – wurden sie mehrfach und weltweit ausge­zeichnet.

Dabei schmeckt der Kaffee so ganz anders, als andere Kaffees. Er hat sehr blumige Noten, das gewohnte Röst­aroma fehlt und sein Körper ist weich. Kaffee­trinker werden das kraft­volle Mund­gefühl vermissen. Insgesamt erinnert der Geisha eher an Schwarz­tee. Das feuchte und kühle Klima in Panama sorgt für ein langsames und schonendes Wachstum, bei dem sich die zahl­reichen fruchtigen Aromen entwickeln können. Da dieser Kaffee sich so sehr von anderen unter­scheidet, ist er auch nicht für alle Märkte geeignet. Japan und China, beides typische Teetrinker-Nationen mit einer jungen Kaffee­kultur, sind die größten Abnehmer. Es empfiehlt sich, den Geisha als langsam aufgegossenen Filter­kaffee zu genießen.

Maragogype im Vergleich

Maragogype

Maragogype-Bohnen sind eine Kreuzung aus Arabica und Liberica. Jedoch weiß niemand so genau, ob die Kreuzung durch eine Mutation oder durch eine gewollte Züchtung entstanden ist. Die Bohnen sind deutlich größer als gewöhnliche Arabica-Bohnen – etwa 30% bis 40%. Deshalb werden sie auch Elefanten­bohnen genannt. Zwar sind die Bohnen größer, dafür ist der Ernte­ertrag geringer.

Vorwiegend wird dieser Kaffee in Mexico und Nicaragua angebaut, es gibt aber auch noch andere Anbau­länder. Aufgebrüht ist der Maragogype mild und säurearm. Da er sehr vorsichtig geröstet werden sollte, ist er meist nur in Spezial­röstereien zu finden. Geeignet ist der Maragogype fast für alle Zubereitungs­arten, meist wird er jedoch in der French Press und der Filter­kaffee­maschine verwendet. Daher wird eher heller geröstet. Damit die Bohnen bei der Röstung nicht verbrennen, rösten einige Röstereien ihn zweimal.

Infos anfordern
Informationen zum Produkt