Frau hält Mokka in ihren Händen

Kaffee-Traditionen – Andere Länder, andere Sitten!

Es gibt sie, die echten alten Kaffee-Traditionen und Gebräuche. Fernab vom hektischen Kaffee To-Go vor der Arbeit haben sich die verschiedenen Länder dieser Welt ihre ganz eigenen Genuss­rituale bewahrt. Von ausschweifenden Zeremonien über Kaffee­häuser bis hin zum Kaffee­klatsch: Wir haben uns für Sie unter­schiedliche Kaffee-Traditionen aus aller Welt ein bisschen genauer angesehen. Viel Spaß beim Entdecken!

Türkischer Mokka in Tasse

Kaffeeklatsch der besonderen Art – Türkische Kaffee-Tradition

Seit jeher wird der typisch türkische Kaffee in einer Kaffee­mühle gemahlen und im Gegen­satz zur arabischen Tradition, schnell gebrüht. In der Türkei wird der Kaffee sehr gerne ganz früh am Morgen oder erst zum späten Nach­mittag hin getrunken, um immer zur richtigen Zeit den Organismus anzuregen und die Lebens­geister zu wecken.

In den türkischen Kaffee­häusern, Kahvehaneler oder Pastane genannt, wird der dunkle und fast sämige Kaffee gerne zu typisch-türkischen Leckereien und Süßig­keiten getrunken. Zu dem konzentrierten Geschmack des Kaffees passen kandierte Früchte und Gelee&Shy;konfekt besonders gut, da sie durch ihre Aromen den Kaffee abrunden. Die Kaffee­häuser sind oft der Dreh- und Angel­punkt des sozialen Lebens in der Türkei: Beim typischen Kaffee&Shy;klatsch mit Freunden spricht man hier über neueste Geschehnisse.

Zwei Frauen im traditionellen Gewand bereiten Kaffee zu

Äthiopien – Land mit alter Kaffee-Tradition

Das ostafrikanische Land ist nicht nur einer der Haupt­produzenten von köstlichen Kaffee­bohnen, sondern pflegt zudem auch eine eigene, besondere Kaffee­kultur. Die typisch-äthiopische Kaffee­zeremonie, die sogenannte jebena buna, ist nichts für eilige Kaffee­trinker. Hier trinkt man innerhalb einer Sitzung gleich drei Tassen tief­schwarzen Kaffee hinter­einander.

Und auch die Vorbereitung der Kaffee&Shy;zeremonie kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen: Häufig werden die grünen Bohnen noch ausgiebig von den Frauen gewaschen, bevor sie über heißen Kohlen geröstet werden. Die fast verbrannten, pech­schwarzen Bohnen werden grob von Hand mit Mörser und Stößel gemahlen, bevor sie in eine Lehm­kanne, die jebena, kommen. In der Kanne wird der Kaffee dann mit Wasser vermischt und auf das Feuer gestellt, bis sich Dampf bildet. Der dunkle, teils bittere Kaffee wird typischer­weise noch mit Zucker gesüßt und meistens mit Popcorn in henkel­losen Tassen serviert.

Zwei Gläser mit Frappé stehen auf einer Hafenmauer

Griechenland – Kaffee-Tradition eiskalt genießen

Was gibt es besseres, als sich an einem Tag am Meer unter der herrlichen Sonne ein kaltes Getränk zu genehmigen? Richtig: Nichts! Das griechische Kaffee-Getränk Frappé ist aber nicht nur am Wasser eine willkommene Erfrischung, sondern bringt auch uns in Deutschland gut durch den Sommer.

Der Frappé ist ein eis­gekühlter, aufgeschäumter Milch­kaffee, der in einem großen Glas mit Stroh­halm serviert wird. Meistens wird, wie in Griechenland typisch, ein löslicher Instant-Kaffee für die Herstellung verwendet und ein Glas Wasser dazu gereicht. Der erfrischende Frappé wird gerne zwischen&Shy;durch getrunken, ob zum Kaffee­klatsch nach der griechischen Siesta oder im Liege­stuhl am Meer.

Kaffeetasse steht auf Tresen eines Kaffeehauses

Österreichische Kaffeehauskultur

Österreich ist wohl das bekannteste Beispiel traditioneller Kaffee­kultur. Bereits sehr früh gab es vor allem in Wien einige Kaffee­häuser, die zur Prägung dieser Tradition beigetragen haben. Die Österreicher verstehen die Kaffee­häuser als verlängertes Wohn­zimmer und gestalten sie deshalb gemütlich, teilweise mit behaglichen Sofas, auf denen man seinen Kaffee genießen kann.

Und auch der Kaffee ist in Österreich etwas Besonderes: die Liste umfasst über 40 Variationen, zum Teil „Spezialitäten“ mit Eidotter und Schnaps. Einspänner, ein überstürzter Neumann oder Bieder­meier? Unterschiedliche Geschmacks­richtungen sind keine Selten­heit und der Gast sollte vor dem Bestellen erfragen, um welche Art Kaffee­spezialität es sich handelt. Trotzdem: Wer Österreich und gerade Wien besucht, sollte sich ein gemütliches, traditionelles Kaffee­haus für einen entspannten Kaffee­klatsch nicht entgehen lassen.

Espressotasse steht auf Tresen vor Siebträgermaschine

Kaffee in Italien – stark und süß

In Italien gilt die Faust­regel: Nach dem Mittag- oder Abend­essen nur noch Schwarz! Wer einen Kaffee mit Milch bestellt, muss mit pikierten Blicken des Kellners rechnen. Cappuccino und andere Kaffee&Shy;spezialitäten mit Milch werden deshalb gerne am Vormittag genossen. Der „Schwarze“, ein Espresso, wird in den typischen kleinen Espresso-Tassen serviert und mit Zucker getrunken.

Einen Espresso bekommt man aber auch, wenn man einfach nur einen Kaffee bestellt; eine normale Tasse Kaffee ist hier als „Caffé Grande“ bekannt. Der Espresso wird von den Italienern traditionell gerne im Stehen in einer Bar und zu jeder Gelegen­heit getrunken, gerne auch im Trubel in einer Mittags­pause, bevor man zurück zur Arbeit geht.

Frau mit Kaffeetasse in der Hand sitzt auf Balkon

Mehr als Rotwein – Kaffeekultur in Frankreich

Die Franzosen schätzen ihren Milch­kaffee besonders zu einem leckeren und gemütlichen Früh­stück. Das obligatorische Frühstücks-Croissant wird dabei gerne in den dampfenden café au lait getunkt. Der französische Milch­kaffee wird traditionell in einer bol, einer henkel­losen Schale, serviert.

Wichtig bei der Zubereitung eines echten café au lait ist das gleich­zeitige Einschenken von Kaffee und heißer Milch in die bol. Ansonsten ist es kein café au lait! Wenn in Frankreich ein normaler Kaffee bestellt werden möchte, sollte nach einem grand caé oder einem café double verlangt werden. Ansonsten bekommen Sie einen Espresso serviert.

4 Personen sitzen mit Kaffee und Gebäck am Tisch und unterhlaten sich

Das Land des Kaffeeklatschs: Deutschland

Jedes Land hat seine typischen Kaffee-Traditionen und auch in Deutschland wird immer noch eine besondere Kaffee­kultur gepflegt: Kaffee-und-Kuchen und der Kaffee­klatsch! Der klassische Kaffee-und-Kuchen-Tag ist vieler­orts immer noch der Sonntag.

An diesem Tag trifft sich häufig die Familie am Kaffee­tisch oder Freunde werden am Nach­mittag nach Hause eingeladen. Diese alte Sitte rührt aus einer Zeit, wo Kaffee vermehrt zuhause getrunken wurde, da öffentliche Cafés und Kaffee­häuser zu teuer waren oder sogar zu weit weg, um sie als Treff­punkt auszumachen.

Diese besonderen Tage wurden und werden auch heute noch gerne genutzt, um als Familie zusammen zu kommen, vielleicht weiter entfernte Verwandte einzuladen und Neuig­keiten auszu­tauschen. Ein typisch deutscher Kaffee­klatsch also.

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