Tasse Kaffee steht auf Auswertungen

Wirtschaftsfaktor Kaffee -
Der Vormarsch der Bohne



Ob als morgendlicher Wachmacher, entspanntes Nachmittagsritual oder einfach Zwischendurch als Energiekick: Ohne Kaffee können sich viele ihren Alltag nicht vorstellen. Das beliebte Getränk begann seinen Siegeszug Anfang des 17. Jahrhundert. Von Afrika und dem Orient aus eroberte er Europa und vor allem in Wien entwickelte sich eine regelrechte Kaffeehaus-Kultur. In Deutschland entstand um 1673 das erste Kaffeehaus in Bremen. Im 18. Jahrhundert verbreiteten schließlich die Kolonialmächte die Kaffeepflanze an allen Orten der Erde und unser Kaffee wurde weltweit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

In Europa liebten vor allen Dingen die reichen Bürger den Genuss des koffeinhaltigen Getränkes. Sie ließen Kaffeebohnen über die wichtigen Häfen wie Amsterdam, Venedig, Hamburg und London importieren, sodass sich Kaffeehäuser immer mehr in den Städten etablierten. Diese wurden Ort des intellektuellen Austausches der oberen Bevölkerungsschicht.



Inneneinrichtung Kaffeehaus

Der Kaffee erobert die deutsche Wirtschaft


Deutschland gehörte nicht zu den Kolonialmächten, deshalb dauerte es noch fast 100 Jahre, bis der Kaffee endgültig in Deutschland ankam. Auch hier war er vor allem ein Luxusgut, dass für das einfache Volk unerschwinglich blieb. Nach der Eröffnung des ersten Kaffeehauses in Bremen und dessen Umzug vier Jahre später in die Hansestadt Hamburg, setzte sich der Kaffee allmählich in allen Bevölkerungsschichten durch. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts und der neuen technischen Verarbeitung der Kaffeebohnen gilt Kaffee als Volksgetränk: Die immer weiter steigende Nachfrage machte den Wirtschaftsfaktor Kaffee immer wichtiger.



Hand tippt auf Auswertungen auf Tablet

Kaffee - Entwicklung zum weltweiten Wirtschaftsfaktor


Kaffee wird aufgrund seiner Beliebtheit in allen Ländern stark gehandelt. Ganz vorne mit dabei sind Deutschland, die USA und Brasilien als Kaffeekonsumenten. Der Anbau findet vor allen Dingen in Schwellenländern nahe des Äquators statt: Brasilien, Vietnam, Indonesien, Kolumbien und Äthiopien, wobei letzteres das Ursprungsland der Kaffeebohne ist.

Jährlich werden rund 148 Millionen Säcke Kaffeebohnen produziert (Stand 2016)und in der Bundesrepublik werden jedes Jahr mehr als eine halbe Millionen Tonnen Kaffee verkauft. Damit kommt jeder Bürger auf einen jährlichen Konsum von 6,4 Kilogramm Kaffeebohnen. Ohne den Kaffee als Wirtschaftsfaktor würde es in den Schwellen- und Entwicklungsändern schnell zu starken finanziellen Krisen kommen: In der Kaffeeindustrie arbeiten weltweit mehr als 25 Millionen Menschen, welche zeitgleich die Existenzgrundlage für ca. 100 Millionen Menschen bildet und ein wichtiges Standbein für die ganze Welt ist.



Anhänger mit Fairtrade-Schriftzug auf Kaffeebohnen

Mit Fairtrade Kaffee wirtschaftliche Unsicherheiten der Kaffeeproduzenten bekämpfen


Der steigende Wirtschaftsfaktor Kaffee bringt nicht nur gute Zahlen mit sich: gerade aus den Anbauländern kommen häufig negative Berichte über Herstellung und Zustände. Und auch wenn der Trend immer mehr zu Fairtrade und Bio-Kaffee geht, macht dieser Teil der Produktion bisher nur knapp 1,5 Prozent des Anbaus aus.

Dennoch wird Fairtrade Kaffee immer mehr zu einem wichtigen Thema, vor allen Dingen in Deutschland bekommt der faire Handel einen Platz im Bewusstsein der Menschen. Auch wenn Fairtrade Kaffee seinen Preis hat, wird er gerne bezahlt, um Kleinbauern vor Ausbeutung und ungerechter Plantagenarbeit zu schützen. Da der Wirtschaftsfaktor Kaffee vor allem in den ärmeren Produktionsländern eine wichtige Rolle spielt, ist Fairtrade Kaffee in diesem Zusammenhang eine wichtige Weiterentwicklung.