Arabica- & Robustabohnen

Arabica vs. Robusta



Bei einigen Kaffeeliebhabern löst die Frage eine Grundsatzdiskussion aus, andere haben noch nie über dieses Thema nachgedacht: Was ist besser – Arabica oder Robusta-Bohnen? Wer einen Kaffeeautomat im Büro stehen hat, der kauft regelmäßig ganze Bohnen. Viele Hersteller geben die Zusammensetzung aus Arabica und Robusta an. Doch viele Kaffeetrinker können mit den Aussagen nicht viel anfangen. Einige sind sogar der Meinung, dass nur Packungen mit der Aufschrift „100% Arabica“ wirklich hochwertigen Kaffee enthalten. Doch stimmt das? Wir gehen der Sache auf dem Grund und helfen Ihnen bei der Frage, welchen Kaffee Sie für Ihren Kaffeeautomat kaufen sollten.



Kaffeekirschen am Kaffeestrauch

Kaffeepflanze

Alle Kaffeepflanzen (lateinisch Coffea) gehören zur Familie der Rötegewächse. Doch für die Kaffeeindustrie sind lediglich die Coffea arabica und die Coffea canephora – bei uns schlicht Arabica und Robusta genannt – interessant. Es gibt zwar noch weitere Kaffeearten, die sich durchaus zum Herstellen für Kaffee eignen. Diese spielen allerdings eine eher untergeordnete Rolle, da sie einen noch längeren Reifungsprozess benötigen oder auf Grund der geringen Anbauflächen nicht ausreichend Ertrag liefern.

Kaffee ist eine anspruchsvolle Pflanze, die nur unter den passenden Bedingungen wächst und gute Kaffeebohnen ausbildet. Nur im sogenannten Kaffeegürtel – vom 23. Breitengrad nördlich bis zum 25. Breitengrad südlich – gedeihen die Kaffeepflanzen unter den besten Voraussetzungen. Hier finden Sie warme und konstante Temperaturen, viel Niederschlag, eine hohe Luftfeuchtigkeit und fruchtbare Böden - eben alles was sie brauchen, damit wir später aromatische Kaffeegetränke aus dem Kaffeeautomat im Büro genießen können. Dennoch vertragen sie keine direkte Sonneneinstrahlung, weswegen Kaffeebauern zusätzlich andere Bäume und Sträucher zwischen den Kaffeesträuchern anpflanzen.



Person erntet reife Kaffeekirschen mit der Hand

Arabica-Pflanze

Die Arabica-Pflanze wächst in Höhenlagen von ca. 400 bis 2.100 Meter über dem Meeresspiegel. Ab 1.000 Meter spricht man auch von Hochlandkaffee, da die Pflanzen dann noch ein wenig länger reifen und die Aromen noch ausgeprägter sind. Die normale Reifezeit der Arabica-Pflanze dauert 7 bis 9 Monate. Die Arabica-Pflanze mag es warm, aber nicht zu warm: die optimale Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 15 bis 24 Grad. Arabicabohnen machen rund 70% der Weltproduktion aus.



Person erntet Kaffeekirschen

Robusta-Pflanze

Robusta-Pflanzen dagegen wachsen in Höhenlagen bis zu 900 Meter. Ihre Reifephase beträgt hingegen 9 bis 11 Monate. Anders als die Arabicapflanze verträgt die Robusta höhere Temperaturen und ist nicht so anfällig für Schädlinge und Krankheiten wie die Arabica-Pflanze. Im Vergleich ist sie einfach robuster, was ihr den Namen „Robusta“ eingebracht hat. Die optimale Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 24 bis 30 Grad. Ihr Anteil an der Weltproduktion beträgt rund 30%.



Halbierte reife Kaffeekirsche

Kaffeebohnen

Kaffeebohnen, egal zu welche Art sie gehören, reifen zu zweit in der sogenannten Kaffeekirschen und sind der Samen der Kaffeepflanze. Sie sind innerhalb der Kaffeekirsche jeweils von einem Silberhäutchen und einer Pergamenthaut umgeben und liegen mit der flachen Seite aneinander. Nachdem die Kaffeeblüte befruchtet wurde, fallen die Blütenblätter ab. Die Kaffeekirsche bildet sich und färbt sich während der Reifung von grün zu rot. Lediglich eine Ausnahme gibt es: Yellow Bourbon – sie ist eine Arabica-Varietät und ihre reifen Früchte sind gelb. Das Besondere im allgemeinen Reifeprozess des Kaffees: Die Kaffeekirschen befinden sich in unterschiedlichen Reifephasen. Eine Kaffeepflanze kann zeitgleich unreife, reife und überreife Kaffeekirschen tragen. Das erschwert die Ernte, da nur Bohnen reifer Früchte in einem Kaffeeautomat im Büro einem Kaffee das schmackhafte Aroma verleihen.



Schälchen mit Arabica-Bohnen

Arabica-Bohne

Arabica-Bohnen enthalten etwa 0,8 – 1,5% Koffein. Sie unterscheiden sich im Aussehen von Robusta-Bohnen durch die geschwungene S-Linie auf der flachen Seite. Arabica-Bohnen sind ebenfalls größer als Robusta-Bohnen und haben eine ovale Form. Ihr Geschmack ist geprägt von feinen Fruchtsäuren. Allgemein enthält die Arabica-Bohne weniger Chlorogensäure und kann daher heller geröstet werden. In einem Kaffeeautomat im Büro wäre sie die perfekte Bohnen für einen Café Creme.



Schälchen mit Robusta-Bohnen

Robusta-Bohne

Mit einem Koffeinanteil von 1,7 bis 3,5% hält sich die Robusta-Bohne Schädlinge vom Leib. Ihre flache Seite ziert ein fast gerader Schlitz. Ihre Form ist eher rundlich und im Vergleich zur Arabica ist sie kleiner. Ihr Geschmack ist kräftig und erinnert an Holz und Erde. Da der Anteil der Chlorogensäure höher ist, muss sie länger und dunkler geröstet werden. Besitzen Sie einen Kaffeeautomaten, so kaufen Sie Mischungen mit Robusta-Anteil für Espressogetränke.



Tafel mit Kreideschrift 100% Arabica

Woher stammt der schlechte Ruf der Robusta-Bohne?

Da die Robusta-Pflanze – wie es der Name schon sagt – deutlich robuster ist, ist sie nicht so anfällig für Schädlinge. Daher kann sie auf niedrigeren Höhenlagen wachsen und höhere Temperaturen ertragen. Das macht den Anbau und die Ernte deutlich einfacher und günstiger und ihr Preis ist somit geringer. Ein weiterer Punkt ist der Geschmack: Während die Arabica-Bohne deutlich mehr florale und fruchtige Aromen hat, weißt die Robusta-Bohnen einen vollen Körper auf. Wird sie jedoch falsch geröstet schmeckt sie schnell bitter. Hinzukommen, dass einige Kaffeepackungen mit „100% Arabica“ werben und dies als Qualitätszeichen „verkaufen“. So hat der Robusta schnell seinen schlechten Ruf als „Beigemisch für Billigkaffee“ weg.

Kaffeekenner wissen allerdings, dass die richtige Röstung durchaus einen wahren Kaffeegenuss aus der Robusta-Bohne holen kann. Andersrum gilt natürlich auch, dass eine schlechte Röstung den Geschmack der Arabica-Bohne verderben kann. Gerade wenn es um Espresso geht, gehört für viele ganz klar ein großer Anteil von Robusta dazu. Denn dank einem geringeren Anteil an Öl sind die Robusta-Bohnen für eine tolle und haltbare Crema verantwortlich.



Kaffeebohnen in der Verpackung

Was für Bohnen sollten Sie nun für Ihren Kaffeeautomat kaufen?

Letztendlich entscheiden Sie selber, was Ihnen schmeckt und was Sie in Ihrem Kaffeeautomat im Büro füllen. Stimmen Sie doch in der Bürogemeinschaft ab, welche Kaffeegetränke bevorzugt getrunken werden. Trinen Ihre Kollgen am liebsten Café Crema, so können Sie Kaffeemischungen mit Arabica-Bohnen für Ihren Kaffeeautomaten kaufen. Für Espresso und viele Milchgetränke sind hingegen Mischungen mit einem Anteil von Robusta von Vorteil. Trinkt Ihre Bürogemeinschaft allerdings einen bunten Mix aus allen möglichen Kaffeegetränken, so ist es ratsam ein Kaffeevollautomat für Ihr Büro zu wählen, der mehrere Produktbehälter hat. So können Sie eine Café Creme- und eine Espressomischung zeitgleich einfüllen. Je nach gewählten Produkt, nimmt der Automat die passenden Bohnen für die Zubereitung. Ebenfalls brauchen Sie sich so nicht fragen, welche Kaffeebohnen Sie nun für den Kaffeeautomat kaufen sollen.

Wenn Sie mehr über die Reise einer Kaffeebohne erfahren möchten, bietet Ihnen unser „Leben einer Kaffeebohne“ ausreichend Informationen über die einzelnen Stationen.