Kleine Kaffeepflanze in Erde

Endstation Industriekaffeemaschine: Der Weg des Kaffees

Von der Plantage bis in die Kaffeetasse

Sie haben sich schon immer gefragt, wie der Kaffee eigentlich in unsere tägliche Kaffee­tasse kommt. Eine Kaffee­bohne aus Zentral­afrika erzählt ihre Geschichte...

Ich bin eine Kaffee­bohne. Gut, genau genommen bin ich der Samen der Kaffee­kirsche, aber Sie können mich ruhig Kaffee­bohne nennen. Gemeinsam mit meiner Geschwister-Bohne reife ich in der Kaffee­kirsche heran und warte darauf, endlich geerntet zu werden. Wenn ich mal groß bin, möchte ich ein Espresso werden!

Kaffeestrauch mit Kaffeekirschen

Die Geburtsstunde der Kaffeebohne

Bis ich in einer Kaffee­tasse im Büro oder in einer Kaffee­maschine lande, ist es aber noch ein weiter Weg. Im Augen­blick hänge ich an einem Kaffee­baum in der Sonne irgendwo auf einer Plantage in Zentral­afrika. Ich bin übrigens eine Arabica Bohne – meine Art ist über mehrere Kontinente verteilt und wird in großen Mengen angebaut.

Denn von allen Kaffee­arten der Welt sind nur wenige auch für die Verarbeitung zum Kaffee geeignet. Als Arabica Bohne verleihe ich später dem Kaffee einen weichen, fruchtigen Geschmack. Ich bin auch ziemlich gut gebaut: Ich habe eine ovale Form und auf meiner flachen Seite trage ich eine geschwungene S-Linie. Das unterscheidet mich von anderen Arten wie der Robusta-Bohne: Sie hat eine gerade Linie auf dem Rücken. Ob das daran liegt, dass sie in einem anderen Anbau­gebiet wächst als ich? Schließlich befinde ich mich auf gut 900 bis 1200 Höhen­metern ganz schön weit oben! Andere Kaffee­arten sind überall auf der Welt zuhause: In Asien und Afrika, in Süd- und Mittel­amerika und auch in der Karibik. Eine besonders exklusive Sorte mit dem Namen Jamaica Blue Mountain wächst beispiels­weise auf Jamaica – was für ein Leben! Sie gehört auch zu den teuersten Kaffee­bohnen. Doch auch auf meinem Heimat­kontinent Afrika gibt es einige weniger bekannte Sorten wie Excelsa, Liberica oder Stenophylla. Wie gern würde ich mich einmal mit ihnen treffen!

Grundsätzlich bin ich sehr gut darin, mein Aroma zu behalten; nirgendwo ist es sicherer als bei mir. Wenn ich kurz vor meiner Verwandlung von einer Kaffee­maschine gemahlen und in eine leckere Kaffee­spezialität verwandelt werde, gebe ich mein Aroma frei – so kann der Kaffee­trinker es am besten genießen.

Hände waschen Rohkaffee unter Wasserstrahl

Der Weg des Kaffees in den Automaten

Auf meiner Reise in die professionelle Kaffee­maschine bin ich noch nicht viel weiter­gekommen, daher strenge ich mich nun an, endlich zu reifen. Kaum ein paar Tage später werde ich auch schon in meiner Kaffee­kirsche sorgsam von Hand geerntet, was ich sehr freundlich von den Kaffee­bauern finde.

Andere Bohnen werden beim sogenannten Stripping mit einem großen Kamm oder mit einer Maschine vom Baum geholt, was sich nicht ganz so sanft anfühlt wie bei meiner Methode, die sich Picking nennt. Als nächstes nehme ich ein Bad im Wasser­becken, denn ich werde anders als andere Kaffee­bohnen nass aufbereitet. Eine Maschine trennt mich im nächsten Schritt von meiner Behausung, der Kaffee­kirsche – und ich sehe zum ersten Mal das Licht, hallo! Ganz schön hell hier.

Doch viel Zeit an der Sonne bleibt mir nicht, denn die nächsten 12 bis 16 Stunden werde ich in einem Gärungs­tank bei der Fermentation verbringen. Dieser Prozess hilft mir dabei, mich von Gerb­stoffen und dem restlichen Frucht­fleisch zu befreien. Anschließend werde ich noch einmal gewaschen, getrocknet und gehäutet. Shiny new me!

Frisch geröstete Kaffeebohnen

Endlich geht es dann auf die große Reise. Wo ich wohl landen werde? Während meines Transports träume ich von Australien, Europa, Amerika... überall dort, wo man guten, ausgereiften Kaffee schätzt. Ich lande in einer Rösterei in Italien – Mamma mia, ich habe es gut getroffen! Allerdings dauert es nicht lange, bis ich wieder ins Schwitzen komme: In einer Trommel werde ich mehr oder minder 20 Minuten lang geröstet. Die vielen Drehungen machen es mir nicht gerade leicht mein Aroma zu behalten, doch ich schaffe es.

Und ganz nebenbei werde ich auch noch gleich­mäßig braun. Während wir uns in der Trommel drehen, lerne ich die anderen Bohnen kennen. Dabei haben wir einstimmig beschlossen, dass wir die besten Kaffee­bohnen überhaupt werden wollen!

Geröstete Kaffeebohnen in Verpackung

Nach der Röstung steht mir und den anderen noch eine letzte große Prüfung bevor: Die End­kontrolle. Der ultimative Kaffee­bohnen-Test, bevor wir mit den Kaffee­bohnen anderer Arten vermischt und luftdicht verpackt werden. Gewissen­haft prüfe ich, ob ich noch heile bin – nur ganze Kaffee­bohnen sind gute Kaffee­bohnen! Ich finde, ich bin genau die richtige Kaffee­bohne für den Büro-Kaffeevollautomaten oder eine Industrie-Kaffee­maschine, und anscheinend habe ich bestanden, denn ich durch­laufe die nächste Station:

Die Herstellung eines Blends. In meiner Mischung treffe ich auf einige andere Arabica Kaffee­bohnen, die jedoch aus anderen Teilen der Welt stammen. Spannend! Auch ein paar Robusta-Bohnen sind dabei und wenn­gleich ich keine der seltenen Kaffee­bohnen gesehen habe, bin ich doch mit meiner Mischung sehr zufrieden.

Verschiedene Kaffeespezialität

Endlich angekommen: Mein Happy End in der Kaffeemaschine

Ab geht’s in die Verpackung! Lediglich ein Aroma­ventil ist unser Draht zur Außen­welt; es sorgt dafür, dass das Kohlen­dioxid entweichen kann, welches wir nach dem Prozess der Kaffee­herstellung noch absondern.

Ansonsten ist es dunkel und weil wir luft­dicht verschlossen sind, kann ich nur gedämpft die Laute aus der Welt um mich herum wahrnehmen. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, ich bin in einem Kaffee­laden gelandet! Ich höre jemanden nach dem Koffein­gehalt einer Kaffee­bohne fragen, ein anderer möchte Kaffee­bohnen günstig kaufen und wieder jemand anderes freut sich über Kaffee­bohnen im Angebot.

Und dann, nach einiger Zeit, kommt meine Chance: Jemand im Laden erkundigt sich nach Kaffee­bohnen für Voll­automaten. Hier, ich bin hier! Vor Freude will ich springen und hüpfen, doch dazu bleibt keine Zeit. Wenig später finde ich mich nämlich genau dort wieder, wo ich schon immer sein wollte: In einer Kaffee­maschine. Wie hier alles glänzt und wie groß alles ist! Gleich werde ich gemahlen, mit Wasser aufgebrüht und vielleicht mit Milch­schaum verfeinert. Ich setze jetzt alle meine Aromen frei, lasse den Duft durch den Raum strömen – und verabschiede mich ein letztes Mal, bevor ich gleich im Mahlwerk verschwinde. Es war eine lange, aber schöne Reise von der Plantage bis zur Kaffeetasse und egal, zu welcher leckeren Kaffee­spezialität ich nun werde: Für den Genuss, den ich dem Kaffee­trinker bringe, hat es sich gelohnt!

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